Bronchialkarzinom Aktuell

Schmerztherapie bei Bronchialkarzinom

Schmerzanamnese

Vor symptomatischer Schmerzbekämpfung sollte ein Ausschluß kausal therapierbarer Ursachen erfolgen, soweit es dem Patienten zeitlich zumutbar ist.

Regeln der Schmerztherapie

  • Pat. in seiner Schmerzäußerung ernst nehmen, nicht immer ist ein entsprechendes organisch- pathologisches Korrelat nachweisbar
  • Statt Kombinationspräparaten besser Monosubstanzen einsetzen, um die jeweiligen Wirkungen und Nebenwirkungen besser beurteilen zu können. In Schwangerschaft und Stillzeit ist nur Paracetamol unbedenklich.
  • Keine Mischmedikation von Substanzen derselben Wirkgruppe, da sonst Konkurrenz um denselben Angriffsort
  • Vor Substanzwechsel zunächst Dosissteigerung bis zur Höchstmenge und ausreichend lange Verabreichung, um Wirkung und Nebenwirkungen verläßlich zu beurteilen. Erst wenn Präparat »austherapiert« wurde oder gravierende, schlecht beeinflußbare Nebenwirkungen bestehen, Übergang auf anderes Medikament
  • Bei Dauertherapie stets Begleitmedikation zur Prophylaxe oder Therapie von Nebenwirkungen

Häufige Fehler

Therapeut: Verschreibung nur »nach Bedarf«, Standarddosierung, zu schwaches Analgetikum, Unterschätzung der Schmerzintensität, bürokratische Hemmnisse der BtMVV, Angst vor Suchterzeugung und unzureichendes Wissen über adjuvante Therapieverfahren
Patient: Annahme, Tumorschmerzen seien nicht therapierbar, Analgetika dürften nur genommen werden, wenn »absolut notwendig«, Furcht vor Sucht, Nichteinnahme der verordneten Medikamente, Absetzen der Medikamente wegen Nebenwirkungen ohne Rücksprache mit dem Arzt.

Applikation. Bei chronischen Schmerz sollte die analgetische Therapie immer fest nach Zeitschema durchgeführt werden, die Dosierungsintervalle richten sich dabei nach der Pharmakokinetik.

Dreistufenschema der WHO für Tumorschmerz. Zusammengefasst empfiehlt die WHO eine orale Therapie, mit festem Einnahmeschema, nach Stufenplan und individuell abgestimmt auf den Patienten. Der Stufenplan der WHO schlägt eine Aufeinanderfolge verschiedener Behandlungen vor, die im jeweiligen Fall den individuellen Bedürfnissen und Begleiterkrankungen des Patienten angepasst werden müssen.

Danach sind drei Stufen vorgesehen:

  • Stufe I: ein Nicht-Opioid-Analgetikum, z. B. Acetylsalicylsäure, ± Adjuvans
  • Stufe II: ein schwach wirkendes Opioid (nicht unter BtMVV), z. B. Codein, ± Nicht-Opioid-Analgetikum, ± Adjuvans
  • Stufe III: ein stark wirkendes Opioid (BtMVV), z. B. Morphin, ± Nicht-Opioid-Analgetikum, ± Adjuvans

Wesentliche Ursachen der Unterversorgung von Tumorschmerzpatienten sind:

  • Schmerzdiagnose unkorrekt
  • Schmerzintensität unterschätzt
  • Dosierungsintervall zu lang
  • Dosierung zu niedrig
  • Bevorzugung schwacher Opioide
  • Angst vor Toleranz und Entzug
  • Angst vor Abhängigkeit
  • BtMVV
  • Kein Koanalgetikum eingesetzt
  • Spezielles Verfahren nicht bedacht

Weitere Informationen im PDF Format:

Krebsschmerzen wirksam bekämpfen (PDF)
Broschüre der Deutschen Krebshilfe e.V.
Empfehlungen zur Therapie von Tumorschmerzen  (PDF)
Ausführliche Broschüre der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensätze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...