Bronchialkarzinom Aktuell

Chemotherapieaufklärung Patient

Sehr geehrter Patient,

bei Ihnen wurde ein Tumor der Lunge diagnostiziert, der mit einer Chemotherapie behandelt werden soll. Über diese Therapie haben wir mit Ihnen schon ausführlich gesprochen, möchten Ihnen aber trotzdem noch einige Informationen »zum Mitnehmen« an die Hand geben, da man sich nicht alles auf einmal merken kann. Sollten Sie Fragen haben, können Sie uns natürlich jederzeit ansprechen.
Bei einem fortgeschrittenen Tumor kann man mit einer Chemotherapie die Krankheit oft nicht heilen, erreicht aber häufig, daß der Tumor kleiner wird oder zumindest für einige Zeit nicht weiter wächst. Das bedeutet für Sie, daß sich Ihre Lebenserwartung verlängern kann und Sie weniger Probleme durch den Tumor, wie Husten oder Kurzatmigkeit, bekommen. Eine solche Therapie heißt »palliativ«. In den letzten Jahren sind verschiedene neue Medikamente entwickelt worden, die relativ wenige Nebenwirkungen haben und eine derartige Therapie ermöglichen. Aus den möglichen Medikamenten bemühen wir uns, die für Sie besten einzusetzen. Welche das sind, ist abhängig vom Tumortyp, aber auch von Ihrem Allgemeinzustand. Es kann ein einzelnes Medikament oder eine Kombination aus mehreren Medikamenten sein.
Einige Nebenwirkungen können trotzdem auftreten, über diese sollten Sie informiert sein. Welche Nebenwirkungen auftreten, ist abhängig von den bei Ihnen eingesetzten Medikamenten und unterschiedlich von Patient zu Patient.
 

Die wichtigsten Nebenwirkungen sind:

  • Übelkeit und Erbrechen. Die von uns eingesetzten Medikamente führen eher selten zu stärkerer Übelkeit, vorsichtshalber geben wir Ihnen dennoch Medikamente, die vor starker Übelkeit schützen sollen.
  • Abfall der weißen Blutkörperchen. Weiße Blutkörperchen reagieren meistens besonders empfindlich auf eine Chemotherapie. Sie sind für die Abwehr von Entzündungen verantwortlich, so daß das Risiko, eine Infektion zu bekommen, nach einer Chemotherapie steigen kann. Damit das nicht passiert, kontrollieren wir regelmäßig Ihr Blut und verschreiben Ihnen vielleicht Antibiotika zum Schutz vor einer Infektion. Sollten Sie nach einer Chemotherapie eine Erkältung, Fieber, Atemnot, Schmerzen beim Wasserlassen oder ähnliche Beschwerden bekommen, sollten Sie uns so schnell wie möglich informieren. Meist erreichen die weißen Blutkörperchen zwischen dem 7. und 12. Tag nach einer Chemotherapie ihren tiefste Wert und steigen danach rasch wieder an.
  • Abfall der Blutplättchen. Blutplättchen sind für die Blutstillung notwendig. Sollten Sie irgendwo stärker bluten, NasenbIuten bekommen oder Ihnen kleine rote Flecke an Armen und Beinen auffallen, sollten sie sich so schnell wie möglich ins Krankenhaus begeben.
  • Abfall der roten Blutkörperchen. Dieser kann mit dafür verantwortlich sein, daß sie sich müde und schlapp fühlen. Eine Bluttransfusion kann hier helfen.
  • Nervenschäden. Einige der Medikamente können zu Schäden an den Nerven führen. Mißempfindungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle, Schwäche an den Armen oder Beinen sollten Sie uns immer berichten.
  • Haarausfall. Einigen Patienten gehen unter Chemotherapie die Haare aus, anderen nicht. Wie bei den anderen Nebenwirkungen läßt es sich aber nicht vorhersagen. Sollten Sie in stärkerem Maße unter Haarausfall leiden, können wir Ihnen eine Perücke verschreiben. Nach Ende der Therapie wachsen die Haare wieder.

Chemotherapien werden im Allgemeinen in »Zyklen« oder »Kursen« gegeben, die sich meistens über mehrere Wochen erstrecken und dann nach einer Pause wiederholt werden. Normalerweise kontrolliert man nach dem 2. Zyklus zum ersten Mal den Erfolg der Therapie. Zeigt sich dann ein gutes Ansprechen, behandelt man weiter, sonst kann man meistens auf andere Medikamente wechseln. Die Therapie wird beendet, wenn der Tumor nicht mehr nachweisbar ist, eine weitere Verkleinerung nicht mehr erreicht werden kann, der Tumor trotz Therapie weiter wächst, Die Therapie zu viele Nebenwirkungen hervorruft und natürlich immer, wenn Sie keine weitere Therapie mehr möchten.
Wir werden für Sie Ihren persönlichen Therapieplan ausarbeiten. Dieser kann nicht immer so starr eingehalten werden: bei Nebenwirkungen muß man manchmal eine Therapie verschieben oder die Dosis reduzieren. Das werden wir mit Ihnen, wenn nötig, in Ruhe besprechen.
Wir hoffen, daß diese Information Ihnen einige der Fragen, die Ihnen vielleicht erst zu Hause kommen, beantwortet. Denken Sie aber auch daran, daß Sie uns jederzeit ansprechen können.

Patienteninformationen

Patientenratgeber Bronchialkarzinom (PDF) 
Broschüre der Deutschen Krebshilfe e.V.

Krebsschmerzen wirksam bekämpfen (PDF)
Broschüre der Deutschen Krebshilfe e.V.

Patienteninformation zur Chemotherapie (PDF) 
Herausgegeben vom Universitätsklinikum Essen

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensatze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...