Bronchialkarzinom Aktuell

Staging

Das Stadium der Tumorerkrankung wird wie üblich mittels TNM-Klassifikation erfaßt; dieses Staging ist die Voraussetzung der Therapieplanung sowie der Prognoseabschätzung. Zwingend erforderlich, weil therapeutisch und diagnostisch entscheidend, ist auch die Gewinnung von histologischem Material.

Bildgebende Verfahren

Thorax - Röntgenaufnahmen

Die Röntgen-Thorax-Aufnahme in zwei Ebenen in Hartstrahltechnik ist die Grundlage der Diagnostik. Sie erhärtet den Tumorverdacht oder löst weiterführende Maßnahmen aus. Ein normaler Röntgenbefund schließt aber einen zentralen Lungen- und vor allem einen Mediastinaltumor nicht aus.

Thorax-CT

Ein Computertomogramm (CT) des Thorax gehört bei Verdacht auf einen Lungentumor zur Basisdiagnostik. Das CT sollte mit einer Schichtdicke von 8 mm als Spiral- CT und mit Kontrastmittelgabe durchgeführt werden. Obligat sind ein Lungen- und Weichteilfenster, ggf. auch ein Knochenfenster. Da Metastasen des Bronchialkarzinoms zu 45 % in der Leber, zu 40 % in den Nebennieren und zu 20 % in den Nieren auftreten, ergibt sich die Indikation zur computertomographischen Miterfassung der Nieren, Nebennieren und der Leber bei der Staginguntersuchung des Thorax. Dabei ist zu beachten, daß die Beurteilung der Leber durch die Kontrastmittel- Kinetik häufig eingeschränkt ist.

Schädel-CT (CCT)

Das CCT ist beim kleinzelligen Bronchialkarzinom obligater Bestandteil des Stagings wegen der relativ häufigen Inzidenz stummer Metastasen, ebenso bei verdächtigen neurologischen Symptomen. Bei nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom ist die Durchführung eines CCT bzw. MRT nur vor Operation und bei klinischer Symptomatik zwingend.

Sonographie

Die Thorax - Sonographie dient der Abklärung thoraxwandnaher Prozesse bzw. zur Lokalisation von Ergüssen und Bestimmung deren Ausmaßes. Die Sonographie des Oberbauches dient dem Nachweis von Leber-, Nebennieren- und infradiaphragmalen Lymphknotenmetastasen.

Positronen - Emissions - Tomographie (PET)

Die PET ist ein nuklearmedizinisches Schnittbildverfahren, das beim Bronchialkarzinom mit einer Sensitivität und Spezifität von etwa 90 % zwischen benignen und malignen pulmonalen Rundherden unterscheiden kann. Es gibt falsch- negative Befunde bei muzinösen, bronchioloalveolären Tumoren, bei kleinen Tumoren (< 1 cm) und neuroendokrinen Tumoren. Falschpositive Befunde finden sich bei Granulomen, entzündlichen Prozessen wie Abszessen, Pneumonie, Sarcoid- like lesions, Sarkoidose, Tuberkulomen, Aspergillomen. Deshalb kann eine PET kein genereller Ersatz für eine histologische Abklärung eines Rundherdes sein.

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensätze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...