Bronchialkarzinom Aktuell

Bevacizumab

Der monoklonale VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor)-Antikörper Bevacizumab ist bei Patienten mit nicht-squamösem, fortgeschrittenem NSCLC zur First-Line-Therapie in Kombination mit einer Platin-haltigen Chemotherapie und anschließend als Monotherapie bis zur Krankheitsprogression zugelassen. Grundlage der Zulassung waren die Ergebnisse der Phase-III-Studien ECOG 4599 und AVAiL.

 

ECOG 4599

In der von der US-amerikanischen Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) durchgeführten Studie 4599 wurde bei Chemotherapie-naiven Patienten mit nicht-squamösem, fortgeschrittenem NSCLC im Stadium IIIB/IV der VEGF-Antikörper mit bis zu 6 Zyklen Paclitaxel/Carboplatin kombiniert und anschließend als Monotherapie bis zur Progression gegeben.1

Verglichen mit der Platin-haltigen Dublette allein erhöhte die Zugabe von Bevacizumab (15 mg/kg; q3w) im Gesamtkollektiv statistisch signifikant die Ansprechrate (35% vs. 15%; p<0,001), reduzierte das Progressionsrisiko um 34% (HR 0,66; p<0,001) und verlängerte das mediane Gesamtüberleben (primärer Studienendpunkt) auf 12,3 Monate (versus 10,3 Monate bei alleiniger Chemotherapie). Das Mortalitätsrisiko wurde statistisch signifikant um 21% reduziert (HR 0,79; p=0,003).

Den Ergebnissen einer Subgruppenanalyse bei Patienten mit Adenokarzinom zufolge verlängerte die Zugabe von Bevacizumab das mediane Gesamtüberleben von 10,3 Monaten (Platin-haltige Dublette) auf 14,2 Monate und reduzierte das Mortalitätsrisiko um 31% (HR 0,69; 95% KI 0,58-0,83).2

 

Literatur

1 Sandler A et al. N Engl J Med 2006;355:2542-2550 

2 Sandler A et al. J Thorac Oncol 2010;5:1416-1423 

AVAiL

Die mit europäischer Beteiligung durchgeführte placebokontrollierte AVAiL-Studie untersuchte bei Chemotherapie-naiven Patienten mit nicht-squamösem, fortgeschrittenem NSCLC die Zugabe von Bevacizumab (7,5 mg/kg oder 15 mg/kg; q3w) zu Gemcitabin/Cisplatin. Nach Abschluss der Chemotherapie wurde der VEGF-Antikörper als Monotherapie bis zur Krankheitsprogression gegeben.1

Mit einer in beiden Bevacizumab-Armen statistisch signifikanten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens und Reduktion des Progressionsrisikos um 25% (7,5 mg/kg) bzw. 15% (15 mg/kg) erreichte die AVAiL-Studie den primären Endpunkt. Die Ansprechraten der zusätzlich mit Bevacizumab behandelten Patienten waren ebenfalls deutlich höher als bei alleiniger Chemotherapie (34,1% bzw. 30,4% vs. 20,1%). Der Unterschied im Gesamtüberleben war dagegen nicht statistisch signifikant, wobei in  allen Therapiearmen die medianen Überlebenszeiten mit >13 Monaten ungewöhnlich lang waren. Ein Grund hierfür könnte der mit >60% außergewöhnlich hohe Anteil der Patienten mit Zweit- und Drittlinien-Therapien gewesen sein.2

 

Literatur

1 Reck M et al. J Clin Oncol 2009;27:1227-1234

2 Reck M et al. Ann Oncol 2010;21:1804-1809