Bronchialkarzinom Aktuell

Tumortherapeutika

Neben der Chemotherapie mit konventionellen Zytostatika kommen besonders beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) zunehmend Targeted Therapies mit monoklonalen Antikörpern oder oral applizierbaren „small molecules“ zum Einsatz.

Targeted Therapies

Angriffspunkte der beim NSCLC bisher zugelassenen zielgerichteten Medikamente sind Signalwege, die über VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) sowie EGFR (Epidermal Growth Factor Receptor) vermittelt werden. Beide Zielstrukturen sind bei soliden Tumoren Schlüsselpunkte der Proliferation, Angiogenese und Metastasierung. Durch gezielte Hemmung dieser Signalwege kann sowohl eine Hemmung der Tumorprogression als auch eine Tumorregression erreicht werden.

VEGF-Inhibitoren

VEGF-Inhibitoren vermindern bei verschiedenen soliden Tumoren die Tumorproliferation, Tumorvaskularisierung und Metastasierung, indem sie die biologische Aktivität von VEGF neutralisieren (direkte VEGF-Inhibitoren) oder die VEGF-Rezeptor-Tyrosinkinase (VEGFR-TKI) hemmen (indirekte VEGF-Inhibitoren).

Beim NSCLC zugelassen ist bisher der monoklonale VEGF-Antikörper Bevacizumab

EGFR-Inhibitoren

EGFR-Inhibitoren hemmen eine beim NSCLC und verschiedenen soliden Tumoren aktivierte Signalstrecke. Dies führt zur Abnahme der Zellproliferation, Angiogenese und Metastasierung sowie Zunahme der Apoptose.

Aufgrund des Angriffspunkts wird zwischen niedermolekularen Hemmstoffen der intrazellulären Rezeptor-Tyrosinkinase (EGFR-TKI) und Antikörpern der extrazellulären Rezeptordomäne unterschieden.

Beim NSCLC zugelassenen sind bisher die oral applizierbaren EGFR-TKI Erlotinib und Gefitinib. Die zum EGFR-Antikörper Cetuximab erhobenen Daten reichen für eine Zulassung beim NSCLC bisher noch nicht aus.

Chemotherapie

Die in der Chemotherapie eingesetzten konventionellen Zytostatika hemmen relativ unspezifisch Gewebe mit hoher Zellteilungsrate. Aufgrund des Wirkungsmechanismus werden Chemotherapeutika unterteilt in:

Alkylanzien

Zu den Alkylanzien zählen reaktionsfähige Zytostatika, die wie Cyclophosphamid und Ifosfamid sowie die Platinderivate Cisplatin und Carboplatin weitgehend phasenunspezifisch Nukleinsäuren alkylieren und durch Vernetzung von DNA-Strängen, abnorme Basenbildung und Spaltung von DNA-Ketten die Zellteilung stören.

Mitosehemmstoffe

Mitosehemmstoffe hemmen den Zellzyklus, indem sie wie beispielsweise Vinorelbin den Aufbau der Kernspindel stören oder wie Docetaxel und Paclitaxel mit dem Abbau der Kernspindel interferieren.

Antimetabolite

Antimetabolite, wie Gemcitabin und Pemetrexed, besitzen eine strukturelle Ähnlichkeit mit physiologischen Nucleinsäure-Bestandteilen oder Ähnlichkeit mit Coenzymen, die an der Biosynthese von Nucleinsäure-Bausteinen beteiligt sind. Der Einbau von Antimetaboliten anstelle der physiologischen Bausteine führt zu Störungen des Zellstoffwechsels und der Zellteilung.

Topoisomerase-Hemmstoffe

Bei den Topoisomerase-Hemmstoffen wird unterschieden zwischen Medikamenten, die wie Topotecan mit der Topoisomerase-I interagieren, und Substanzen, die wie Etoposid die Topoisomerase-II hemmen.

Beide Enzyme spalten die DNA nach kovalenter Bindung an eine Phosphatgruppe. Während  die Topoisomerase-I einen der beiden DNA-Stränge spaltet, induziert die Topoisomerase-II einen Doppelstrangbruch. Nach erfolgreicher Replikation werden die DNA-Stränge durch die Topoisomerasen wieder verknüpft und die Enzyme dissoziieren von der DNA.

Hemmstoffe der Topoisomerase stabilisieren den Komplex aus Topoisomerase und DNA, wodurch es nachfolgend zu Strangbrüchen kommt.

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensatze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...