Bronchialkarzinom Aktuell

Lungenperfusionszintigraphie

Indikation zur Lungenperfusion- / Ventilationsszintigraphie beim Bronchialkarzinom stellt die quantitative Erfassung der regionalen Lungenperfusion bei der präoperativen Abklärung vor einer Lungenteilresektion oder Pneumektomie dar, um eine Abschätzung des Funktionsverlusts durch Wegfall des zu resezierenden Lungenteils vornehmen zu können.

Lungenperfusionszintigraphie

Zur Lungenperfusionsszintigraphie werden 99mTc markierte Makroalbumin-Aggregate (99mTc-MAA) verwendet. Untersuchungsprinzip ist die Mikroembolisation etwa jeder 5000. Lungenarteriole. Es werden ca. 80 MBq 99mTc-MAA intravenös injeziert. Das Radiopharmakon verteilt sich durchblutungs- und schwerkraftabhängig in wenigen Sekunden in beiden Lungen. Dort wird es innerhalb von Stunden durch Phagozyten wieder eliminiert. Vom Patienten muss eine aktuelle Röntgen-Thoraxaufnahme vorliegen, weil bereits durch sie eine Reihe von Perfusionsdefekten (z.B. durch Pleuraerguss, Pneumonie oder Metastasen) diagnostiziert werden. Nach Injektion des Radiopharmakons werden Thoraxaufnahmen in ventraler, dorsaler sowie rechts- und linksdorsaler Projektion durchgeführt. Aufgrund des Euler-Liljestrand-Mechanismus, bei dem es zu
einer Perfusionsdrosselung in hypoventilierten Lungenarealen kommt, können obstruktive Lungenerkrankungen sowie infiltrative Lungenveränderungen (Pneumonie, Metastasen) zu Perfusionsausfällen führen. Das postoperativ verbleibende relative Lungenvolumen ergibt sich aus der gesamten präoperativen Aktivitätsmenge des Radiopharmakons (100%), vermindert um den prozentualen Anteil der Aktivität im zu resezierenden Lungenteil an der Gesamtaktivität. Mit diesem Prozentsatz können präoperative Lungenfunktionswerte multipliziert und so die zu erwartenden postoperativen Werte, vor allem FEV1, Dlco und VO2max, vorausgeschätzt werden.

Ventilationsszintigraphie

Ergänzend kann zur Korrelation mit der Lungenperfusionsszintigraphie eine Ventilationsszintigraphie durchgeführt werden. Zur Lungenventilationsszintigraphie werden radioaktive Gase (133Xenon, 127Xenon) verwendet: Da die Ventilationsszintigraphie das Einatmen aus einem Mundstück erfordert, ist sie nur bei kooperativen Patienten durchführbar. Den Patienten wird das Xenon-Gas in einem Sauerstoff-Luft-Gemisch zur Atmung verabreicht. Gleichzeitig wird eine Sequenzserie von 5-10 sec Bildern aufgenommen. Die erhaltenen Bilder dokumentieren die Einwasch-, Aequilibrium- und Auswaschphase des Gases (washin, steady state und wash-out). Bei Obstruktionen kommt es zu einem verzögerten Einstrom als auch zu einer verzögerten Abatmung aus den betroffenen Lungenabschnitten.

Röntgenthorax: Raumforderung im rechten Oberfeld. Histologisch gesichertes kleinzelliges Bronchialkarzinom

Die Lungenperfusionsszintigraphie zeigt einen Perfusionsdefekt im rechten Oberfeld, korrespondierend zur Lage des Tumors im Röntgenthorax.

Die Ventilationsszintigraphie zeigt einen großen Ventilationsdefekt der rechten oberen Lunge.

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensätze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...