Bronchialkarzinom Aktuell

Cyclophosphamid

 

Wirkstoff. Cyclophosphamid ist ein Stickstofflost-Derivat aus der Gruppe der Alkylanzien.

Wirkungsmechanismus. Cyclophosphamid ist ein inaktives Prodrug, das in vivo  – überwiegend in der Leber – mittels mikrosomaler Enzyme zu 4-Hydroxycyclophosphamid aktiviert wird. 4-Hydroxycyclophosphamid steht mit Aldophosphamid im Gleichgewicht. Die beiden Tautomere unterliegen einer teilweise spontanen, teilweise enzymatischen Konversion in aktive und inaktive Metaboliten.

Die alkylierenden Metaboliten induzieren DNA-Veränderungen, vor allem Strangbrüche sowie Vernetzungen der DNA-Stränge und DNA-Protein-Vernetzungen. Im Zellzyklus wird eine Verlangsamung der Passage durch die G2-Phase verursacht. Die zytotoxische Wirkung ist nicht zellzyklusphasenspezifisch, aber zellzyklusspezifisch.

Daneben wird eine immunsuppressive Wirkung von Cyclophosphamid diskutiert.

Eine Kreuzresistenz besonders mit strukturverwandten Zytostatika, beispielsweise Ifosfamid, aber auch anderen Alkylanzien, ist nicht auszuschließen.

Monopräparat. Cyclophosphamid ist unter dem Warenzeichen Endoxan® im Handel.

Zulassungsstatus. Zu den zugelassenen Anwendungsgebieten von Endoxan® in Kombination mit weiteren antineoplastisch wirksamen Arzneimitteln zählen:

    kleinzellige Bronchialkarzinome (SCLC)

Darreichungsform. Endoxan® ist als Pulver (100 mg, 200 mg, 500 mg, 1 g Cyclophosphamid) zur Herstellung einer Infusionslösung sowie als Filmtablette mit 50 mg Cyclophosphamid verfügbar.

Pharmakokinetik. Die Blutspiegel nach intravenöser und oraler Verabreichung sind bioäquivalent.

Cyclophosphamid wird aus dem Gastointestinaltrakt nahezu vollständig resorbiert. Beim Menschen fällt nach einmaliger intravenöser Gabe von radioaktiv markiertem Cyclophosphamid die Plasmakonzentration der Substanz und ihrer Metaboliten innerhalb von 24 Stunden sehr stark ab; nachweisbare Plasmakonzentrationen können aber bis zu 72 Stunden vorhanden sein.

Cyclophosphamid ist unter in vitro-Bedingungen inaktiv und wird erst im Organismus bioaktiviert.

Die mittlere Halbwertszeit von Cyclophosphamid im Serum beträgt bei Erwachsenen circa  7 und bei Kindern circa 4 Stunden. Cyclophosphamid und seine Metaboliten werden zum größten Teil renal ausgeschieden.

Während Cyclophosphamid selbst keiner wesentlichen Proteinbindung unterliegt, sind seine Metaboliten zu circa 50% an Plasmaproteine gebunden.

Cyclophosphamid und seine Metaboliten werden überwiegend renal ausgeschieden.

Weitere Informationen. Siehe Fachinformation zu Endoxan®.

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensatze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...