Bronchialkarzinom Aktuell

Messung von Autoantikörpern gegen den Calcium-Kanal

Zur Diagnose des Lambert-Eaton Syndroms kann neben den oben erwähnten Verfahren wie Prüfung der Muskeleigenreflexe und repetitive Nervenstimulation auch die radioimmunologische Messung der Antikörper gegen die spannungsabhängigen Calcium-Kanäle eingesetzt werden. Das Meßprinzip ist ähnlich dem des ACHRAB®-Assays zur Bestimmung von Antikörpern gegen den Acetylcholin-Rezeptor.

Für den Test werden mit 125Iod radioaktiv markierte Calcium-Kanal Proteine eingesetzt. Für die radioaktive Markierung nutzt man die Tatsache aus, daß dieses Membranprotein eine hohe Affinität zu Conotoxin hat. Conotoxin ist das Gift von Meeresschnecken und bindet fast irreversibel an die VGCCs.

Die Calcium-Kanal Proteine lassen sich anhand ihrer elektrophysiologischen Eigenschaften in mehrere Untergruppen einteilen, die jeweils unterschiedliche Conotoxine binden. Die VGCCs vom P/Q-Subtyp kontrollieren offenbar die Neurotransmitter-Freisetzung an der neuromuskulären Verbindung und sind wahrscheinlich das Zielantigen der Autoantikörper. Dieser Subtyp bindet das w­Conotoxin MVIIC aus der Meeresschnecke Conus magus.

Durch den Einsatz der mit w-Conotoxin MVIIC-markierten P/Q-Typ VGCCs erreicht man eine hohe Sensitivität und Spezifität. So werden bei Patienten mit Lambert-Eaton Syndrom und kleinzelligem Bronchialkarzinom 90 – 100 % aller Proben positiv gefunden. Bei LEMS-Patienten ohne kleinzelliges Bronchialkarzinom sind 80 – 90 % der Proben positiv. Bezüglich der Spezifität findet man bei gesunden Normalpersonen und Patienten mit Myasthenia gravis, anderen neurologischen Erkrankungen und anderen Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder SLE nur in seltenen Fällen niedrig positive Werte. Für den Test wird das w-Conotoxin MVIIC mit 125I markiert und anschließend mit den vorgereinigten VGCCs gemischt. Auf diese Weise werden die Calcium-Kanäle vom P/Q-Subtyp selektiv indirekt markiert. Das so markierte Protein wird mit Patientenserum inkubiert. Dabei binden die vorhandenen Antikörper an das Protein. Im zweiten Schritt werden die Immunkomplexe mit Hilfe eines anti­human IgG ausgefällt. Die Radioaktivität im Niederschlag ist direkt proportional zur Menge an Antikörpern im Patientenserum. Die Konzentrationen der Proben werden mit Hilfe der bekannten spezifischen Aktivität des Conotoxins unter Berücksichtigung der unspezifischen Bindung der individuellen Patientenprobe berechnet und in pmol/l angegeben. Wie bei der Myasthenia Gravis scheint die absolute Konzentration der Antikörper nicht mit der Schwere der Krankheit zu korrelieren. Bei individuellen Verläufen zeigt sich jedoch eine Korrelation zwischen der Zu- oder Abnahme der Antikörperkonzentration und dem klinischen Verlauf der Krankheit.

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensätze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...