Bronchialkarzinom Aktuell

Vinorelbin

Wirkstoff. Vinorelbin ist ein Mitosehemmstoff aus der Gruppe der Vinca-Alkaloide.

Wirkungsmechanismus. Vinorelbin wirkt auf das Tubulin-Mikrotubulussystem der Zelle. Es verhindert die Polymerisation von Tubulin, wobei es sich vorzugsweise an mitotische Mikrotubuli anlagert. Vinorelbin blockiert die Mitose in der G2- und M-Phase. Vinca-Alkaloide blockieren außerdem die DNA- und RNA-Synthese.

Monopräparat. Vinorelbin ist unter dem Warenzeichen Navelbine® (Infusionslösung und Weichkapsel) im Handel sowie als Generikum (Infusionslösung) verfügbar.

Zulassungsstatus. Zu den zugelassenen Anwendungsgebieten von Navelbine® zählt:

→  als Monotherapie oder in Kombination mit Cisplatin zur Behandlung des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (Stadium III oder IV) bei Patienten in gutem Allgemeinzustand (Karnofsky-Index ≥ 80%)

Darreichungsform. Navelbine® ist als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung sowie als Weichkapsel mit 20 mg, 30 mg und 80 mg Vinorelbin verfügbar.

Pharmakokinetik. Nach oraler Verabreichung wird Vinorelbin schnell resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt circa 40%; die Einnahme der Weichkapseln zu den Mahlzeiten hat keinen Einfluss auf die absolute Bioverfügbarkeit.

Das Verteilungsvolumen im Steady-State beträgt durchschnittlich 21,2 l/kg. Die Bindung an Plasmaproteine ist mit 13,5% gering, allerdings bindet Vinorelbin stark an Blutzellen, besonders an Thrombozyten (78%).

Vinorelbin reichert sich im Lungengewebe an, im zentralen Nervensystem wird die Substanz nicht nachgewiesen.

Vinorelbin wird vorwiegend durch CYP3A4 metabolisiert.

Die terminale Halbwertszeit beträgt durchschnittlich 40 Stunden. Vinorelbin und seine Metaboliten werden vorwiegend biliär ausgeschieden.

Weitere Informationen. Siehe Fachinformationen zu Vinorelbin.


Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensatze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...