Bronchialkarzinom Aktuell

Implantierbarer Venenkatheter

Subkutan implantierter zentraler Venenzugang. Der Port besteht aus einem Reservoir (Durchmesser 3-4 cm), das mit einer ca. 1 cm dicken Silikonmembran verschlossen ist. Die Membran kann ca. 5000 x angestochen werden und verbleibt meist lebenslang.

Indikation. Längerfristige parenterale Ernährung, systemische und lokale (z.B. bei Lebermetastasen) Applikation von Zytostatika, dauerhafte Gabe venenreizender Medikamente, bei Patienten mit extrem schlechten peripheren Venen, zur Schmerztherapie.

  • Indikation zur Implantation früh stellen, da mögliche Komplikationen bei noch gutem Allgemeinzustand geringer sind
  • Kontraindikationen: Koagulopathie, erhöhtes Narkoserisiko. Problematisch bei i.v. Drogenabusus.
    Cave: möglichst keine Blutentnahme (Kontaminationsgefahr), möglichst keine Implantation bei Fieber bzw. rezidivierenden Fieberschüben, da Gefahr der septischen Besiedlung
  • Implantation: operativ in lokaler oder Allgemeinanästhesie. Vom Reservoir führt ein Katheter in eine zentrale Vene (meist re. V. basilica oder re. V. subclavia/jugularis). Das Reservoir wird auf dem M. pectoralis fixiert
  • Häufige postoperative Komplikationen: lokale Wundinfektion, Hämatom, Serom, Dislokation des Reservoirs, Kathetersepsis. Idealerweise sollte bei reizlosen Wundverhältnissen nach OP ca. 1 Woche bis zum Anstechen des Port vergehen.

Injektion in Port

  • Material: Nadeln, die keine Stanzdefekte bewirken (Huber-Schliff), verwenden, z.B. Farmacia-Gripper-Nadeln®. Mit 90° gewinkelter Kanüle, Desinfektionsmittel, sterile Handschuhe, sterile Kompressen, evtl. Tegaderm®-Pflaster, PVP-Salbe, NaCl 0,9 %, 10 ml-Spritzen, 2500 IE Heparin, evtl. steriles Lochtuch
  • Komplikationen: lokale Infektionen, Kathetersepsis (Ther.: nach Blutkultur peripher und venös z.B. Vancomycin 2 x 1 g/24 h über den Port), Blutungen beim Anstechen, Abrisse des Katheters, Dislokationen des Reservoirs, thrombotischer Verschluß des Katheters, Thrombosen (Armvenen = Paget-von Schroetter-Syndrom).

Durchführung

  • Verband entfernen; Desinfektion; ggf. alte Nadel entfernen, hierbei Port mit der anderen Hand fixieren; Inspektion der Wunde bzw. Injektionsstelle (z.B. Hämatome, Abszeß); erneute, großflächige, mehrmalige Desinfektion
  • Ab jetzt obligat steriles Arbeiten! Port unter der Haut fixieren, membranöse Seite sicher lokalisieren. Die Nadel senkrecht durch Haut und Membran stechen, bis Kontakt zum Portboden sicher gespürt wird. Injektion von 10 ml NaCl 0,9 %. Das Injizieren muß leicht erfolgen, bei möglichem Zweifel an Lokalisation der Nadel evtl. Aspiration von Blut; Infusionen bzw. Injektion abschließen
  • Nach Abschluß jeder Manipulation, Injektion, Infusion obligates Spülen des Portsystems mit Heparin- Block (z.B. 200 IE Heparin auf 2 ml NaCl 0,9 %), danach Klemme an der Portnadel verschließen; Verband (evtl. lokale PVP-Applikation) oder Nadel entfernen (kann bei guten Wundverhältnissen ca. 1 Wo. belassen werden)
  • Blutentnahme: grundsätzlich Blutentnahme primär aus peripheren Venen. Durchgängigkeit des Port prüfen, zur Vermeidung von Laborfehlern fraktionierte Entnahme von jeweils 3 x 3 ml Blut und verwerfen vor eigentlicher Blutentnahme. Nach Beendigung fraktioniertes Spülen mit 3 x 3 ml NaCl 0,9 %, danach Heparin-Block (s.o.)
  • Zur Vermeidung von Proteinablagerungen bei hoher Gebrauchsfrequenz 1 x wöchentlich Spülung mit Alkohol (5 ml Äthanol 95 % auf 5 ml NaCl 0,9 %), langsame Injektion. Bei Nichtgebrauch Spülung alle 6 Wo. mit 250 ml NaCl 0,9 %.

Tips & Tricks

  • Ist ein Portsystem erst bakteriell besiedelt (z.B. mit Staph. epidermidis), ist eine Sanierung auch mit gezielter Antibiotikagabe oft nicht mehr erreichbar. Deshalb aseptisches Vorgehen und intensive Pat.-Schulung
  • Das Einführen der Infusionsnadel und das Anlegen der Infusion sollte nur durch erfahrene Mitarbeiter erfolgen
  • Keine Injektionen in das Portsystem mit normalen Kanülen, da diese Stanzdefekte verursachen
  • Bei Widerstand oder unklarer Lage der Nadel Injektion abbrechen!
  • Keine Injektion von Pharmaka, die präzipitieren können (z.B. Furosemid), da dadurch der Port verlegt werden kann.

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensätze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...