Bronchialkarzinom Aktuell

Pharmakotherapie der Nikotinabhängigkeit

70% der Raucher würden gerne aufhören zu rauchen. Jedoch nur wenige schaffen den Ausstieg. Pro Jahr versuchen ca. 30% der Raucher aufzuhören, meist ohne unterstützende Massnahmen (ärztliche Hilfe, Nikotin-Ersatz). Nur 3% der Raucher schaffen es, das Rauchen ohne Hilfe aufzugeben. Beim Aufhören kommt es meist zu einer Gewichtszunahme.

Nikotin-Ersatztherapie

Die Rate der Rauchentwöhnung kann durch eine begleitende Nikotin-Ersatztherapie in etwa verdoppelt werden; die Nikotin-Ersatztherapie muß dabei entsprechend der Anzahl der gerauchten Zigaretten eingestellt werden.Die Nikotin-Ersatztherapie mit Nikotinpflastern, Nikotin-Kaugummis, Nikotin-Nasensprays oder -Inhalatoren erhöht die Erfolgsrate der Rauchentwöhnung. Nikotinpflaster scheinen dabei compliance-freundlicher zu sein; die Auswahl der Applikationsart (z.B. Kaugummi oder Pflaster) sollte jedoch dem Patienten überlassen werden.

Die Ersatztherapie in festen Dosierungsintervallen (z.B. 1-2 Kaugummis jede Stunde) ist erfolgreicher als eine Dosierung ad libidum (z.B. bei Entzugssymptomen). Ob eine Nikotin-Ersatztherapie über 12 Wochen hinaus (z.B. 6 Wochen Standardtherapie und 6 Wochen »Ausschleichen«) den Erfolg erhöhen kann, ist umstritten. Lokale Hautreaktionen kommen bei etwa der Hälfte der Patienten vor, in 5% erzwingen diese Reaktionen den Therapieabbruch. Relative Kontraindikationen bestehen für Schwangere sowie für bestimmte Patientengruppen mit kardiovaskulären Erkrankungen (unmittelbare Post-Infarktperiode, schwere Arrhythmien, schwere Angina pectoris).

Buproprion (Zyban®)

- Zulassung 1997 (USA) bzw. 2000 (D)
- atyp. Antidepressivum mit Begleiteffekt der Rauchentwöhnung
- Dopamin / Noradrenalin - Reuptake-Hemmer
- Ther. Dauer über 7 - 9 Wochen

Nebenwirkungen: Meldungen über schwere Nebenwirkungen wie Epilepsie und > 40 Todesfälle schon 1 Jahr nach Zulassung, (GB) selten Psychose. Bei Kenntnis des NW Spektrums rel. sicheres Medikament.

Wirkung: nach 6 Monaten Erfolgsrate (Zigaretten-Abstinez) doppelt so hoch wie in Placebogruppe. Möglicherweise ist die Wirkung CYP-abhängig.

Cannabinoid-Rezeptor-Antagonisten

Die Cannabinoid-Rezeptor-Antagonisten wurden ursprünglich zur Reduktion von sogenannten «Lifestyle»-Risikofaktoren (Übergewicht, niedriges HDL-Cholesterin, Insulin-Resistenz) entwickelt. Rimonabant ist der erste Vertreter der Cannabinoid-Rezeptor-Antagonisten. Diese Substanz bewirkt eine spezifische Blockade des Cannabinoid-Rezeptors CB1. Die Blockade verhindert die Aktivierung des Rezeptors durch Insulin und Insulin-like Growth Factor (IGF1). In Studien an Patienten mit Übergewicht (RIO-Trials-Rimonabant In Obesity) konnte gezeigt werden, daß Rimonabant in der Lage ist, das Körpergewicht um 15 Pfund zu reduzieren und Bauchumfang, Insulin-Sensitivität, Lipid-Profil, HDL-Cholesterin günstig zu beeinflussen.

Desweiteren wurde in einer anderen Studie (STRATUS: Studies with Rimonabant and Tobacco Use), die Rolle von Rimonabant bei der Rauchentwöhnung untersucht. Nach 10 Wochen Behandlung mit Rimonabant (20 mg pro Tag) waren fast doppelt so viele Patienten unter Rimonabant abstinent wie unter Plazebo. Dabei wurde eine Gewichtszunahme in der Rimonabant-Gruppe vermieden. Leider sind auch die psychiatrischen Nebenwirkungen bis hin zur Suizidalität verdoppelt, so dass die Zulassung im Oktober 2008 zurückgezogen wurde.

Chemische Struktur von Rimonabant

Vareniclin (Champix®)

  • partieller Nikotin-Agonist ( N-Acetylcholin-Rezeptor); seit Anfang 2007 zugelassen
  • bindet an die neuronalen nikotinergen Acetylcholinrezeptoren mit sowohl agonistische (geringere Suchtwirkung als Nikotin) als auch antagonistische Eigenschaften
  • Dosis: 2 x tgl. 1mg nach anfänglicher Titrationsphase mit 2 x 2,5mg über 12 Wochen

Nebenwirkungen: neuropsychatisch (Depression, Suzididen) während, aber auch nach der Behandlung; Schlaflosigkeit; Kopfschmerzen

Fazit: in Studienvergleichen (z.B. Champix versus Zyban oder vs. Nikotin TTS) zeichnet sich ein signifikanter Vorteil ab. Es wird zu prüfen sein, ob dieser Vorteil die erheblichen NW rechtfertigen.

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensätze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...