Bronchialkarzinom Aktuell

Tumorassozierte Hypoglykämie

Kennzeichen dieses paraneoplastischen Syndromes ist in erster Linie eine Nüchtern-Hypoglykämie, die nicht Ausdruck eines organischen Hyperinsulinismus (z.B. Insulinom) ist. Hierfür sind in über 50 % zum Teil sehr große, langsam wachsende mesenchymale Tumoren verantwortlich. In erster Linie sind dies Fibrosarkome, Rhabdomyosarkome, Mesotheliome. Des weiteren sind hier hepatozelluläre Karzinome und Karzinoide verantwortlich, nur selten Leukämien, Leukosen und Lymphome. Bedeutsam ist auch, dass mehr als ein Drittel dieser Tumoren retroperitoneal gelegen ist.

Wesentliche Ursache ist nach heutigem Kenntnisstand eine Mehrsekretion von Insulin-Like-Growth Factor (IGF-2). Bei diesen Tumoren finden sich die Serumkonzentrationen von IGF-2 deutlich erhöht, dies ist in erster Linie Ausdruck einer veränderten Prozessierung und erhöhter Bioverfügbarkeit. Eine große Fraktion von IGF-2, sowohl im Tumor wie im Serum, findet sich als sogenanntes Big-IGF-2, und liegt mit einem deutlich höheren Molekulargewicht vor. Darüber hinaus ist die Verfügbarkeit für und Bindung an die peripheren Rezeptoren deutlich erhöht, da es an einen kleineren 50 kD-Komplex gebunden ist; im Gegensatz hierzu findet sich normalerweise eine Bindung von IGF-2 an einen 150 kD-Komplex. Diese erhöhte IGF-2-Bindung an den oben genannten Komplex führt zu einer deutlich höheren Affinität und Stimulation des Insulinrezeptors. Folge ist eine erhöhte periphere Glukoseutilisierung und Suppression der hepatischen Glukoseneubildung.

Therapie der Wahl ist auch hier die chirurgische Resektion, da selbst eine inkomplette Tumorentfernung auch zu einer Besserung der hypoglykämischen Symptomatik führt. Möglichst sollte sich eine Chemotherapie anschließen.

Tumorerkrankungen stellen damit eine wesentliche Ursache für paraneoplastische endokrinologische Syndrome dar, so dass sowohl bei soliden Tumoren wie bei (wenngleich seltener) Erkrankungen des Knochenmarkes an die mögliche Entwicklung dieser oben genannten klinischen Probleme stets gedacht werden muss.

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensätze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...