Bronchialkarzinom Aktuell

Grundlagen der Chemotherapie

Beurteilung des Therapieerfolgs

Komplette Remission
(CR - Complete Remission)

Vollständige Rückbildung sämtlicher nachweisbarer Tumormanifestationen für mindestens 1 Monat

Kontinuierliche komplette Remission
(CCR - Continous Complete Remission)

Mehr als 10 Jahre anhaltende Remission (entspricht »Heilung«)

Partielle Remission
(PR - Partial Response)

Rückgang aller Tumorparameter, z.B. bei soliden Tumoren um > 50 % der initialen Größe (Flächenmaß: zwei möglichst senkrecht aufeinanderstehende Messungen); durch zwei, > 1 Monat auseinanderliegende Beobachtungen bestätigt

Kein Ansprechen
(NC - No change)

Keine Größenänderung oder < 50 %ige Rückbildung meßbarer Tumorparameter

Progression
(PD - Progressiv Disease)

> 25 %ige Zunahme der Tumorparameter oder Zunahme/ Neumanifestation von sicher tumorbedingten Symptomen

Rezidiv

Erneute Tumormanifestation nach Erreichen einer kompletten Remission (CR)


  • Induktionstherapie: zur raschen Reduktion der Tumorzellen. Ziel ist die Vollremission
  • Konsolidierungstherapie: zur Stabilisierung der Vollremission (Vernichtung residualer Tumorzellen)
  • Erhaltungstherapie: zur Proliferationshemmung residualer Tumorzellen (Therapie mit relativ geringer Aggressivität über längeren Zeitraum)
  • Re-Induktionstherapie: zur erneuten Reduktion der Tumorzellen unter die Nachweisgrenze
  • Salvage-Therapie: Chemotherapie nach Versagen der Standardtherapie (mit nicht etablierten Schemata)

Regeln zur Durchführung der Zytostatika-Therapie

  • Vor Therapiebeginn Sanierung von Infektionsherden (z.B. im Bereich der Zähne), evtl. Legen eines voll implantierbaren Venenkatheters (z.B. »Port«)
  • Aktuelles Gewicht und Körpergröße des Pat. vor Beginn der Therapie bestimmen. Berechnung der Körperoberfläche (Nomogramm)
  • Prophylaxen der Nebenwirkungen:
    • Antiemetische Prophylaxe (z.B. wichtig bei CDDP, Navelbine oral)
    • Alopezie-Prophylaxe: Evtl. Perückenanpassung (Krankenkasse zahlt Zuschuß)
    • Stomatitis-Prophylaxe
  • Dosierungs- und Kombinationsregeln beachten
    • Zytostatika wirken z.T. synergistisch, z.T. additiv
    • Dosisreduktion bei Knochenmarksdepression, Leber- bzw. Niereninsuffizienz

Verabreichung

  • Zubereitung nur durch geschultes Personal, an speziell eingerichtetem Arbeitsplatz (laminar - airflow Gehäuse), grundsätzlich nur mit zytostatikadichten Einmalhandschuhen, Mundschutz und langärmeligem Schutzkittel
  • Zytostatika erst unmittelbar vor der Applikation lösen. Lösungsvorschriften sorgfältig beachten. Eventuelle Lichtempfindlichkeit berücksichtigen
  • Bei Kombinationstherapie Zytostatika getrennt und nacheinander verabreichen
  • Intraarterielle Injektion unbedingt vermeiden (Gefahr der Nekrose der Extremität)
  • Gute Durchgängigkeit und sichere intravasale Lage des Zugangs (zentral, peripher) prüfen. Venenverweilkanülen gut fixieren
  • Vor Verabreichung stets Gegenkontrolle (Stimmt Medikament? Stimmt Konzentration?) durch den verantwortlichen Arzt.
  • Vor der Verabreichung von Vinorelbin oral sollte eine leichte Mahlzeit eingenommen werden. Ferner wird die Gabe eines Antiemetikums empfohlen.

Weitere Informationen im PDF Format

Rolle der Chemotherapie in der Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (PDF)

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensätze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...