Bronchialkarzinom Aktuell

Wirkungen und Nebenwirkungen von Opioiden

Zentral. Analgesie, Sedierung, antitussive Wirkung, Atemdepression, Miosis, Übelkeit und Erbrechen, Senkung des zentralen Sympathikotonus, indirekte Steigerung des Liquordrucks durch Hypoventilation.

Peripher. Spasmogene Wirkung auf die glatte Muskulatur des GIT und der ableitenden Harnwege (verzögerte Magenentleerung, spastische Obstipation, Harnverhalt, Sekretstau in Galle- und Pankreaswegen), v.a. bei Morphin Histaminfreisetzung mit Bronchospasmus und Vasodilatation.

Atemdepression. Bei individueller Austitration gegen den Schmerz halten sich schmerzbedingte Steigerung des Atemantriebs und opioidbedingte Dämpfung des Atemzentrums die Waage. Folge: keine Atemdepression.

Sucht. Körperliche Entzugserscheinungen (Zittrigkeit, Kaltschweißigkeit, Unruhe) bei abruptem Abgesetzen nach hochdosierter Opioidtherapie über längere Zeit. Vermeidbar durch langsames Ausschleichen. Jedes Opioid kann eine psychische Abhängigkeit auslösen. Bei Patienten mit akuten oder chronischer Schmerzen ist diese Gefahr ausgesprochen gering (»Opioid-Mythos«: rasche psychische und physische Abhängigkeit). Je langsamer Opioide anfluten, je gleichmäßiger der Wirkspiegel, desto geringer die Euphorie.

Gewöhnung. Analgetische Toleranzerhöhung führt zur Dosiserhöhung und / oder verkürzten Applikationsintervallen. Tritt bei Opioiden nicht auf. Wichtig: Ursachen für erhöhte nötige Dosis sind gesteigerte Schmerzintensität (z.B. Tumorprogression), Resorptionsstörungen, Veränderungen der Begleitmedikation.

Auswahl adjuvanter Medikamente (auf jeder Stufe einsetzbar)

Amitriptylin. Antidepressivum mit eigener analgetischer Wirkung in niedriger Dosierung 10-75 mg tägl. p.o. (z.B. Saroten®). Hilfreich besonders bei brennend empfundenen Schmerzen (neuropathischer Schmerz). Einschleichend beginnen, wegen sedativer Eigenschaft Gabe zur Nacht. Wirkung erst nach kontinuierlicher Einnahme über 1-2 Wochen in Kombination mit anderen Analgetika beurteilbar.

Carbamazepin. Einschleichender Beginn mit 200 mg, steigern bis auf 400-600 mg tägl. p.o. (z.B. Tegretal®). Antikonvulsivum bei »Stromschlag-ähnlich« empfundenen, einschießenden Schmerzattacken (oft bei Nervenläsion durch Tumorinfiltration oder Trigeminusneuralgie). Kontrolle der Leberwerte und des Carbamazepinspiegels i.S..

Dexamethason. 1,5-4 mg Tbl. morgens über mind. 1-2 Wo. (z.B. Fortecortin®) zur Reduktion entzündlicher Komponenten mit Schwellung (z.B. Leberkapselspannung, Knocheninfiltration bei Metastasen) und damit verbundenen Schmerzen. Wirkt auch unspezifisch stimmungsaufhellend und appetitfördernd.

Weiterführende Adressen

Schmerzambulanzen. Bei schmerztherapeutischen Problemen Beratung durch Schmerzambulanzen. Geeignete Adressen erfragbar über Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes für Deutschland, Österreich und die Schweiz, http://www.dgss.org, Im Neuenheimer Feld 326, 69120 Heidelberg, Tel.: 06221/56 40 50; Zentralsekretariat des Schmerztherapeutischen Kolloquiums, Roßmarkt 23, 60311 Frankfurt/M., Tel.: 069/29 98 80 77.

Palliativstationen. Hospize und Hausbetreuungsdienste für die symptomorientierte interdisziplinäre palliative Versorgung inkurabler Tumor- und AIDS-Pat. Aktuelle Adressen zu erfragen bei: Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz, Tel.: 0345/2 03 19 52, FAX 0345/2 83 25 76, Fachstelle Hospizarbeit der Malteser, Tel.: 0221/1 60 29 39 und Krebsinformationsdienst KID http://www.krebsinformation.de , Tel.: 06221/41 01 21, FAX: 06221/40 18 06, Mo-Fr 8-20 Uhr. Umfassendes Adressverzeichnis Hospiz-Führer 2003, bestellbar bei Fa. Mundipharma, Tel.: 0800/8 55 11 11 oder direkt im Internet http://www.hospiz.net/adressen/index.html abfragbar.

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensätze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...