Bronchialkarzinom Aktuell

Lambert-Eaton Syndrom und kleinzelliges Bronchialkarzinom

Bei der überwiegenden Zahl der Patienten mit Lambert-Eaton Syndrom (ca. zwei Drittel) ist ein kleinzelliges Bronchialkarzinom assoziiert. Die Assoziation zwischen LEMS und kleinzelligem Bronchialkarzinom (in der Literatur abgekürzt als SCLC = small lung cell carcinoma) ist offenbar sehr spezifisch. Andere Tumore treten allenfalls zufällig auf. Der Grund für diese Assoziation liegt wohl darin, daß das Bronchialkarzinom neuroektodermalen Ursprungs ist und deshalb bestimmte antigene Determinanten mit dem Zentralnervensystem gemeinsam hat. So können im kleinzelligen Bronchialkarzinom funktionsfähige Calcium-Kanäle exprimiert werden. Durch die Immunreaktion des Patienten gegen das Karzinom werden auch Antikörper gegen diese Calcium-Kanäle gebildet. Diese Antikörper gegen das Karzinom greifen dann durch eine Kreuzreaktion auch die Calcium-Kanäle der körpereigenen Nervenzellen an. Auf diese Weise kommt es zum Abbau der präsynaptischen Calcium-Kanäle und das Lambert-Eaton Syndrom wird ausgelöst. Dieses immunologische Reaktion findet offensichtlich schon in einem sehr frühen Stadium der Tumorentwicklung statt, in dem das Karzinom selbst noch nicht nachweisbar ist. Die für die Praxis wichtige Konsequenz ist, daß die Diagnose des LEMS in der Regel der klinischen Manifestation des Tumors vorausgeht. Meist ist das Karzinom innerhalb von 2 Jahren, manchmal auch erst 5 und mehr Jahre nach der Diagnose eines LEMS radiologisch nachweisbar. Daher kann das LEMS schon sehr früh einen entscheidenden Hinweis auf diese maligne Erkrankung geben. Lambert-Eaton-Patienten sollten in den ersten drei Monaten nach Symptombeginn regelmäßig pulmonologisch kontrolliert werden. Röntgenuntersuchungen des Thorax in dreimonatigen und Bronchoskopien in sechsmonatigen Abständen werden empfohlen.

Röntgenbilder

Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen

Staging

Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.

Neue Therapiensätze

Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...